… auf der offiziellen Seite des Poesiealbums, der Autoren-Lyrik-Reihe in Heftform.
Auf der folgenden Seite finden Sie den Überblick zu der weltweit einzigartigen* und umfangreichsten deutschsprachigen Lyrik-Reihe. 1967 in der DDR während einer internationalen Lyrik-Bewegung gegründet, besteht sie auch nach inzwischen beinahe 45 Jahren unverändert weiter und erreicht im Jahr 2012 mit Ausgabe 300 eine beeindruckende Marke.
Jedes Poesiealbum gibt einen Überblick über das (bis
Redaktions-schluß zur Verfügung gestandene) Werk des jeweiligen Dichters.
Jeder Lyriker erhält nur ein Heft, das unter Umständen in einer späteren und
erweiterten Form nochmals erscheinen kann, wenn sich das Werk des Autors über
die Jahre wesentlich erweitert und verändert hat. Die Kunst dieser Auswahlen ist es, sie treffend für das Oeuvre des jeweiligen Poeten zu gestalten, so daß die Leser einen verläßlichen Überblick zu Anliegen, Art und Charkter der jeweiligen Dichtung erhalten. Quellenangaben ermöglichen bei Bedarf
eine weitergehende Vertiefung; somit wirkt das Poesiealbum
neben dem unterhaltsamen und bildenden Aspekt auch als Werbung für das
Gesamtwerk des behandelten Lyrikers.
Früher erschienen die Hefte monatlich, aktuell erscheint das Poesiealbum zweimonatlich. Format, Preis und Gestaltung wurden bei der Gründung durch
"kollektive Einzelentscheidungen" sehr bewußt gewählt.
Das Format, auch bei verwandten Abarten anderer Lyrikausgaben gerne
übernommen, wurde so festgelegt, daß "das Heft in die Innentasche eines Sakkos paßt, so daß Werktätige [!] es immer bei sich führen können". Zwar implementiert "Werktätige" die Berufstätigen beiderlei Geschlechts; da Jackett-Träger aber gemeinhin Herren sind, war Lyrik, ganz im Gegensatz zu heutigen Erkenntnissen, damals offenbar Männerdomäne. Praktischerweise ist das gewählte Format allerdings auch für die gängigen Damen-Handtaschen ab "medium" passend.
Die Heft-Gestaltung und -Ausführung war nach einigen Tests schnell gefunden; dem Grafik-Altmeister Peter Nagengast gebührt höchste Anerkennung für die einfache und einprägsame Reihengestaltung, die über die Jahrzehnte unverändert beibehalten werden konnte.
Auch die schnörkellose und zweckmäßige Typografie von Achim Kollwitz trug
wesentlich zur Lesbarkeit und Konstanz der Reihe bei. Die Fertigung in Klammerheftung erfolgte von Heft 1 bis zur Gegenwart
mit großem Engagement im Druckhaus Zeitz, das allerdings bis zu seiner Privatisierung 1990 verschiedene Namen und Zugehörigkeiten erdulden mußte. Die Umschlag- wie Papierqualität schwankte
früher je nach der Wirtschaftslage, wodurch manchmal auch Lieferverzöge-rungen
entstanden; allerdings berichten Insider auch von einer – auch wegen der Auflagenhöhe von 8. bis 40.000 – zeitweilig eigens hergestellten Papiersorte.
Der Umfang der Hefte betrug von Anbeginn konstant 32 (+4 Umschlag-) Seiten, wovon nur ausnahmsweise (Lenin-Sonderheft 31 sowie Jubiläumsdoppelhefte 100 und 150 zu Goethe bzw. Schiller) abgewichen wurde.
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Die Grafik des Umschlags war schon immer ganz bewußt auffällig und anziehend als gestaltender Faktor der Reihe gewählt, wobei sie zu den Gedichten oder dem Autor einen Bezug darstellt; die Übersicht der folgenden Seite zeigt deren erstaunliche Vielfalt.
Der "EVP" wurde in der DDR per Direktive von zentraler Stelle festgelegt und sollte – so berichten die Gründer – in der Nähe der Kosten für ein Brot (das damals 78
oder 93 Pfennige kostete) liegen. Tatsächlich erreichte damit die Reihe bei den Lesern den Kult-Status eines "Grund-Nahrungsmittels". Bis zum
Ende der subventionierten Planwirtschaft kurz vor dem Exitus der DDR betrug
der Preis unverändert 0,90 Mark, was u.a. auch zum damaligen Finale der Reihe bei Heft 275 führte. Bemerkenswert, daß vom aktuellen Editor der Reihe dieses Verhältnis mit 4 € auch heute noch bzw. wieder eingehalten wird.
Herausgegeben wurden die Hefte bisher von hervorragenden Kennern der lyrischen Szene: Bernd Jentzsch als Erfinder und Mitbegründer (bis Heft 122 und 276-278),
Richard Pietraß (von Heft 124 bis 148 und ab 282) sowie Dorothea Oehme (Hefte 149 bis 275); als Editor dieser Reihe fungierten der
Verlag Neues Leben, Berlin
– Direktor Rudolf Chowanetz (Hefte 1-275), der BrennGlas Verlag Assenheim –
Verleger Juergen Seuss (276) und aktuell (ab Heft 277) der
Märkische Verlag Wilhelmshorst
– Verleger Dr. Klaus-Peter Anders.
Wichtiger als diese formalen Merkmale sind jedoch die inhaltlichen Aspekte der Reihe. Sowohl die Autoren- als auch die Gedichtauswahl trafen und treffen kompetente Herausgeber, uU. unterstützt durch externe Experten, die neben einer umfassenden Werkkenntnis auch die Strömungen der Zeit sowie die Wichtigkeit des klassischen Erbes immer als Kriterium ihrer Auswahlen betrachten bzw. betrachtet haben. Damit wuchs die Anerkennung durch die Leser und der bei-spiellose Erfolg der Reihe. Wegen der Vielfältigkeit der Autoren und Heftinhalte kann es keine allgemeingültige umfassende Einschätzung dazu geben; Herbert Kästner schrieb in den "Marginalien", daß das Poesiealbum in späteren Jahren den Rang erhält, den wir heute etwa der Reihe "Der jüngste Tag" zusprechen. Eine Vielzahl deutsch-sprachiger Erstveröffentlichungen und über 100 DDR-Erst-veröffentlichungen unterstreichen den zwar mutigen aber dennoch gerechtfertigten Vergleich. Über 5 Millionen verbreitete Hefte in 22 Ländern und das überwältigende Echo zur Wiederbelebung der Reihe durch den Märkischen Verlag nebst der damit verbundenen Begeisterung durch alte wie neue Leser sprechen jedoch für sich und das Niveau der Reihe.
Wir würden uns freuen, wenn auch Sie sich von Niveau, Qualität und Vielseitigkeit des Poesiealbums überzeugen ließen;
zur Bestellung der aktuellen Hefte geht es
hier.
Märkischer Verlag Wilhelmshorst
* soweit unsere Recherchen ergeben haben; ergänzende oder anderweitige Erkenntnisse werden gerne zur Kenntnis genommen
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